Erfolgreiche Fortsetzung des Fachsymposiums FORUM AKUSTIKA

Umkirch, 31.08.2018
Gerriets und d&b audiotechnik veranstalten Akustiksymposium in der Historischen Stadthalle in Wuppertal

Am 17. Mai 2018 wurde das zweite FORUM AKUSTIKA als Kooperation zwischen d&b audiotechnik und Gerriets in der Historischen Stadthalle in Wuppertal veranstaltet. Planer, Architekten sowie Projektverantwortliche nutzten dieses ganztägige Symposium gleichermaßen als Fortbildungsveranstaltung zu informativen Fachvorträgen über raum- und elektrostatische Themen wie auch als Plattform für zwanglosen Erfahrungsaustausch. Internationale Referenten informierten und begeisterten die Teilnehmer.

Grundlagen der Raumakustik: Den ganztägigen Vortragsreigen eröffnete Jonas Schira (Gerriets). Er widmete sich den Möglichkeiten der variablen Raumakustikgestaltung mithilfe von Stoffen, welche Gerriets in quasi jeder Größe und Beschaffenheit anbietet – bei geschickter Wahl von Art, Menge und Anbringung der makellos verarbeiteten Textilien sind erhebliche Klangveränderungen in Räumen möglich. „Wir lieben Herausforderungen!“, ließ Schira verlauten und zeigte u. a. Bilder aus der Hamburger Elbphilharmonie, in welcher Rollbanner von Gerriets je nach musikalischem Kontext als Schallabsorber motorisch aus dem Boden hochgefahren werden können. Die einzelnen Module sind 3 Meter breit sowie bis zu 2,60 Meter hoch und sorgen für Variabilität bezüglich der Nachhallzeit.

Grundlagen Elektroakustik & Projektstudie Arena auf Schalke: Im Anschluss daran gehörte die Bühne Andreas Simon (Ingenieurbüro GRANER + PARTNER). Der Diplom-Ingenieur sprach zunächst über elektroakustische Grundlagen, um anschließend Funktionsweisen und Bauarten unterschiedlicher Lautsprechertypen sowie deren Vor- und Nachteile darzustellen. Simon referierte anschließend über Planungshilfen zur Beschallungsdimensionierung und die Möglichkeiten von Simulationsprogrammen. Auf reges Interesse stießen seine Ausführungen zur Gelsenkirchener VELTINS-Arena, in der seit Juli 2017 Beschallungskomponenten von d&b audiotechnik für exzellenten Sound auf allen Plätzen sorgen.

Venue Evolution: Nach der Mittagspause hielt David Claringbold (Chief Marketing Office bei d&b audiotechnik) seinen Vortrag in englischer Sprache. Er ging u. a. darauf ein, wie innovative Technologien, deren künstlerische Programmierung und sinnvoll ausgewertete Kundenerfahrungen neue Geschäftsmodelle vorantreiben, welche Design und Betrieb von Veranstaltungsstätten in den Bereichen Kunst, Sport, Kultur und Einzelhandel entscheidend verändern. Claringbold spannte einen Bogen vom antiken Amphitheater über Kultstätten wie Stonehenge bis zu Kirchen, Fußballstadien und zeitgeistig gestalteten Shopping-Centern – eine auf den ersten Blick ungewöhnliche, letztlich aber durchaus stimmige Verbindung. „The Stage is everywhere“, lautete Claringbolds prägnante Zusammenfassung, welche er durch die Thesen „The Audience is the Performance“ und „The Customer is the Product“ ergänzte.

Projektstudie Raumakustik – Neubau Uni Lüneburg: Über den neuen, von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfenen Zentralbau der Leuphana Universität Lüneburg berichtete Dipl.-Ing. Tobias Behrens (ADA Acoustics & Media Consultants GmbH). Im Fokus seiner Ausführungen stand die raum- und elektroakustische Betrachtung von Audimax und Foyer – die multifunktional nutzbaren Flächen lassen sich bei Bedarf verbinden, was besondere Herausforderungen mit sich bringt. Das Audimax („Libeskind-Auditorium“) besitzt ein Volumen von 13.200 Kubikmeter, welches bei einer Kopplung mit dem weitläufigen Foyer noch einmal deutlich erweitert wird. Drei der vier Wände des für bis zu 1.120 Zuhörer geeigneten Auditoriums sind nicht (!) senkrecht, und als Variable waren bei der Planung verfahrbare Tribünenelemente zu berücksichtigen. Spezielle Anforderungen stellte weiterhin die konkav gewölbte Decke. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts ist heute auf den Tribünenplätzen ist eine exzellente Sprachverständlichkeit (STI größer als 0,7) für die Hauptnutzung als Hörsaal gegeben.

Staatsoperette Dresden  Reduktion der Nachhallzeit im Theatersaal

Auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Mitte hat im Dezember 2016 die Staatsoperette Dresden eine neue Heimat gefunden. Im Theatersaal mit 700 Sitzplätzen sind mitreißende Operetten-, Spieloper- und Musical-Performances zu erleben. Bei Aufführungen ohne elektroakustische Verstärkung (Operette, Spieloper) beträgt die mittlere Nachhallzeit des Theatersaals 1,4 Sekunden. Stehen Musicals auf dem Programm, lässt sich die Nachhallzeit über bewegliche Stoffsegel, Vorhänge und aufblasbare Membranabsorber reduzieren. Letztere hören auf die Bezeichnung aQflex, wurden von Niels Werner Adelman-Larsen entwickelt und sind bei Gerriets erhältlich. Wie genau das spannende, durch einen eng gesteckten Budgetrahmen gekennzeichnete Projekt mit diversen innovativen Lösungsansätzen realisiert wurde, beleuchtete Dipl.-Ing. Gernot Kubanek (ISRW Klapdor GmbH) in einem mit vielen Details gespickten Vortrag. „Wichtig ist, dass der Nutzer mit dem Raum zufrieden ist“, lautet ein Grundsatz von Kubanek – das durchweg sehr positive Feedback der an der Staatsoperette Dresden tätigen Tonmeister sowie eine Auszeichnung („Sächsischer Staatspreis für Baukultur 2017“) geben ihm Recht.

Das FORUM AKUSTIKA überzeugte auch 2018 mit einer perfekten Mischung aus hochkarätigen Referenten, spannenden Fachvorträgen und umfangreichen Networking-Gelegenheiten. Alle Teilnehmer zogen ein rundum positives Fazit, so dass die Verantwortlichen auf Seite von d&b audiotechnik und Gerriets fraglos über eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe nachdenken werden. Man darf gespannt sein, wo das FORUM AKUSTIKA 2019 Station machen wird und welche Fachleute als Referenten gewonnen werden können – die erfolgreich absolvierten Veranstaltungen auf dem d&b Firmengelände in Backnang sowie in der Historischen Stadthalle Wuppertal legen die Messlatte hoch.